Sportwetten-Anbieter im Vergleich

Sportwetten legal in Deutschland?


In Kraft trat das Gesetz dann zum 1. Juli 2012, wobei man sich zunächst nur auf Sportwetten beschränken wollte. Das ist bis heute so geblieben, wobei es künftig keine Begrenzung auf 20 Lizenzen geben soll. Bis heute wurde jedoch nicht eine Genehmigung erteilt, weil bei mehreren Gerichten erfolgreich ein Stopp der Lizenzvergabe erwirkt wurde.

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In diesem Ratgeber wollen wir Ihnen die momentane Rechtslage zu Sportwetten in Deutschland erklären. Hauptsächlich aus der Sicht jener, welche sie anbieten wollen. Zu einem gewissen Teil gehen wir aber auch auf die Situation für Spieler ein, welche auf der Suche nach seriösen Online Buchmachern sind.

Ziele & Entwicklung des Glücksspielstaatsvertrages

Theoretisch sollte Deutschland schon seit dem 1. Januar 2008 über eine funktionierende Regulierung für Online Glücksspielangebote verfügen. Doch schnell wurde klar, dass diese Fassung nicht frei von Widersprüchen war. Deshalb gab es dann einige Jahre später die überarbeitete Version, welche von den Ministerpräsidenten fast aller Bundesländer unterzeichnet wurde. Nur Schleswig-Holstein wollte den Alleingang wagen. (dazu gleich mehr)

Befürworter aus der Politik versprechen sich vom GlüStV einen besseren Schutz der Spieler, eine Eindämmung der Spielsucht, sowie mehr Einnahmen durch die Besteuerung. Zudem sollen Jugendliche keinen Zugang mehr zu Glücksspielen erhalten, welche erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt sind. Soweit macht das auch alles noch Sinn, denn neben vielen seriösen Anbietern, tummeln sich auch zahlreiche schwarze Schafe im Netz. Spieler zahlen ein, wetten auf Sportereignisse, Poker oder im virtuellen Casino, sehen ihr Geld aber nie wieder. Gewinne werden nicht ausgezahlt.

Jedoch kann man nicht einfach alle Unternehmen der Branche als betrügerisch bezeichnen, nur weil sie keine gültige Lizenz besitzen. Hier liegt ein Denkfehler der Regierung vor, denn es gibt hinreichend bekannte Plattform, welche ihre Kunden seriös betreuen und auch auszahlen.

Spielbanken vs. Online Glücksspiel

Seitens der deutschen Spielbanken gab es wohl den größten Aufschrei, weil diese sich mit sinkenden Umsätzen konfrontiert sahen. Das ist auch heute zum Großteil noch so, wofür man der wachsenden Zahl von Online Casinos die Schuld gibt. Mit dem GlüStV wollte man das staatliche Monopol aufrecht erhalten, sodass nur Oddset als einziger Buchmacher legal existieren dürfte. Das sah die EU-Kommission jedoch nicht ein.

Danach reichte man den Vorschlag ein, dass 20 private Anbieter eine Lizenz erhalten könnten. Wenn sie die Auflagen erfüllen würden und diese waren mehr al intransparent gewesen. Natürlich bewarben sich Dutzende Buchmacher in Deutschland. Doch niemand wusste so genau, welche Anforderungen es zu erfüllen gibt.

Hessen wurde von Beginn an mit der Vergabe beauftragt. Es gab mehrere Runden, in denen dann schrittweise die Bewerber ausgeschlossen worden sind. Am Ende standen 20 Anbieter fest, die nun im nächsten Schritt ihre Lizenzen erhalten sollten. Mit dem Bekanntwerden der Auswahl, hagelte es dann Kritik von unterlegenen Anbietern. Diese zogen vor Gericht und klagten erfolgreich gegen verschiedene Punkte der Vergabebedingungen.

Verwaltungsgerichte stoppten die Lizenzvergabe

In letzter Minute konnten mehrere Eilverfahren die Lizenzvergabe stoppen. Erfolgreich war unter anderem das Verwaltungsgericht Wiesbaden. Es erklärte die Vergabe als intransparent und erklärte, dass schlussendlich die EU-Dienstleistungsfreiheit nicht gegeben sei. Auch der bayrische Verfassungsgerichtshof legte sein Veto ein. Hier befand man die Einschränkungen und Verbote für nicht tragbar. Zwischen 2014 und 2016 kämpften die Gerichte für die unterlegenen Bewerber.

Zwischendurch lenkte die hessische Landesregierung schon ein. Im Oktober 2015 gab es den Vorschlag, dass angedachte Glücksspielkollegium neu zu besetzen. Viel besser noch, es sollte von nun an eine Aufsichtsbehörde mit bundesweiten Möglichkeiten geben. Auch wurde das Interesse geäußert, die Vergabe noch einmal von vorne zu beginnen. Dieses Mal transparenter und ohne die Beschränkung auf 20 Sportwetten-Lizenzen.

Dem wurde soweit zugestimmt, wobei die Minister darauf beharren, dass Online Casinos und Poker, weiterhin keine Chance haben werden. Da sich diese Prozedur nun schon fast fünf Jahre hinzieht, entstand bei vielen der Eindruck, die Regierung versuche mit allen Mitteln ihr Monopol aufrecht zu erhalten.

Bislang keine Lizenz erhalten – Trotzdem muss Wettsteuer gezahlt werden

Das gesamte Ausmaß des Irrsinns und der offensichtlich mangelhaften Kompetenz der zuständigen Behörden sowie Minister, zeichnet sich durch die Erhebung der Wettsteuer ab. Es gibt in Deutschland, ausgenommen Schleswig-Holstein, bis dato kein lizensiertes Unternehmen für Online Sportwetten. Dennoch müssen Anbieter, welche in dieser rechtlichen Grauzone agieren, bereits die festgelegte Wettsteuer von 5% an den Fiskus abtreten.

Diese Steuer auf Sportwetten wird bei jedem Einsatz durch deutsche Kunden fällig. Buchmacher sehen sich hierbei zwischen den Stühlen. Jene 5% senken theoretisch ihre Marge. Praktisch haben es die meisten Anbieter so gelöst, dass sie die 5% Wettsteuer ihren Kunden berechnen, wenn deren Wetten gewinnen. Bei Verlust übernimmt der jeweilige Buchmacher die Steuer. Ein guter Kompromiss und seriöse Unternehmen führen diese Wettsteuer wie vorgesehen ab.

Dennoch ist dieser Zustand alles andere als tragbar. Aktuell ist keine Besserung in Sicht. Zwar arbeiten die Minister und Hessen wohl an einer neuen Version des Glücksspielstaatsvertrages, aber hierbei herrscht erneut seit Wochen das große Schweigen.

Der erfolgreiche Alleingang von Schleswig-Holstein

Im Bundesland Schleswig-Holstein bewies man den Weitblick, denn schon am 01.01.2012 startete man den Alleingang. Es war abzusehen, dass auch die abgeänderte Fassung des Glücksspielstaatsvertrages alles andere als praxisorientiert und rechtsfähig sei. Also entschied die Landesregierung, dass man es allein versuchen werde. Schließlich war dies laut des Staatsvertrages zulässig gewesen.

Binnen kürzester Zeit, hatte die zuständige Behörde brauchbare Rahmenbedingungen aufgestellt. Es gab zwar seitens der anderen Minister sehr viel Kritik dafür, aber Schleswig-Holstein bekam am Ende sein Recht zugesprochen. Dafür musste man jedoch bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.

Schleswig-Holstein vergab auch im Eiltempo Lizenzen. Nicht nur für Online Sportwetten, sondern auch Casinos, Pokerräume und Lotterien. Und zwar in unbegrenzter Stückzahl. Leider gab es dann später einen Machtwechsel in der Regierung und man schloss sich dem allgemeinen Glücksspielstaatsvertrag an.

Trotzdem gelten die Lizenzen als vergeben und verlieren deshalb nicht an Gültigkeit. Sie bleiben bei wegen der Ersterteilung sechs Jahre bestehen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass es eine Reihe von Genehmigungen aus Schleswig-Holstein gibt, die auf Anbieter von Online Poker, Casino und Sportwetten zutreffen.

Droht Kunden von Sportwetten eine Strafe?

Bei den ganzen Verboten und Problemen mit dem Glücksspielstaatsvertrag, entstehen bei passionierten Spielern natürlich einige Fragen. Bislang ist nur bekannt, dass es im Zweifelsfall Bußgelder gegen nicht-lizensierte Unternehmen gibt. Doch können den Kunden auch Strafen treffen?

Wir sprechen keine Garantie aus, aber im Moment konzentriert sich die Regierung nur auf die Anbieter. Zwar gab es im Poker schon ein wesentliches Urteil gegen den Profispieler Eddy Scharf, weil er vom Finanzamt Köln-Mitte angeklagt worden war, seine Gewinne aus Turnieren nicht versteuert zu haben. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Einzelfall. Konkret wird derzeit nicht gegen die Kunden von Sportwetten & Co ermittelt.

Was aber auch heißt, solange kein Unternehmen lizensiert ist, haben Spieler keinen Anspruch auf rechtlichen Beistand. Bzw. die Chancen auf Erfolg laufen gen null. Fast alle Anbieter sitzen im Ausland und ohne Lizenz, fehlt eine Grundlage auf derer sie beurteilt werden können. Wer ein schwarzes Schaf erwischt und Geld einzahlt, das er dann nicht ausbezahlt bekommt, braucht sich aktuell keinen Anwalt zu nehmen. Die Mühe wäre vergebens.

Deshalb ist es umso wichtiger, vor der Registrierung den Anbieter genauestens zu prüfen und sich durch Erfahrungsberichte sowie Tests, ein Bild von ihm zu machen. Wie bereits erwähnt, existieren sehr viele seriöse Online Buchmacher. Diese wurden schon hinreichend getestet und dokumentiert. Nur bei solchen Sportwettenanbietern sollte man sich anmelden.